Forschungsdatenmanagement

Kontext

Das Thema Forschungsdatenmanagement findet mit der zunehmenden Digitalisierung der Wissenschaft immmer mehr Beachtung. Im Folgenden sind Informationen aus der Wissenschaftspolitik, von den Forschungsförderern und von verschiedenen Initiativen und Projekten zusammengestellt.

Wissenschaftspolitik

Bundesregierung

Die deutsche Bundesregierung hat 2014 die Digitale Agenda 2014–2017 veröffentlicht. In der Agenda werden Grundsätze der Digitalpolitik dargelegt, so auch im Bezug auf die Digitalisierung der Wissenschaft.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Das BMBF ist im Rahmen der Digitalen Agenda federführend im Handlungsfeld V. – Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur und Medien. Ziele sind hier unter anderem den digitalen Wandel in der Wissenschaft zu forcieren und den Zugang zu Wissen als Grundlage für Innovation zu sichern.

Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII)

Der Rat für Informationsinfrastrukturen ist ein Beratungsgremium der Bundes- und Landesregierungen zum Thema 'Weiterentwicklung wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen'. Der RfII wurde auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) eingerichtet und arbeitet in Form eines BMBF-Projektes im Zeitraum von 2014–2018. Die 24 ehrenamtliche Vertreter aus dem Bereich der wissenschaftlichen Nutzer und Einrichtungen, von Bund und Ländern und des öffentlichen Lebens haben im Juni 2016 die Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland mit dem Titel 'Leistung aus Vielfalt' an das BMBF übergeben. Basierend auf einer Analyse des Ist-Standes des Forschungsdatenmanagements in Deutschland werden Empfehlungen für Bund, Länder und Wissenschaftsorganisationen und für Forschende, Fachgesellschaften und die Leitungsebenen hin zu einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entwickelt.

Allianz der Wissenschaftsorganisationen

Die Schwerpunktinitiative 'Digitale Information' der Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat das Ziel die Informationsinfrastruktur für die Wissenschaft zu verbessern. Hierzu gehören die Gewährleistung der Nachnutzbarkeit durch eine umfassende, offene Bereitstellung von Forschungsdaten und Publikationen, das Schaffen von Voraussetzungen zur internationalen Verbreitung und Rezeption, die Sicherstellung einer langfristigen Verfügbarkeit und die Unterstützung IT-gestützter Formen wissenschaftlichen Arbeitens.

Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Die Hochschulrektorenkonferenz hat zwei Empfehlungen zum Thema Forschungsdaten veröffentlicht. So werden in den Empfehlungen von 2014 die Hochschulleitungen aufgefordert, Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten zu entwickeln und entsprechende Vereinbarungen mit anderen Einrichtungen zu schließen. Die Empfehlungen von 2015 detaillieren diese Aspekte und fordern die Politik zur Schaffung von entsprechenden Rahmenbedingungen auf.

Europäische Kommission

Die Euopäische Kommission behandelt unter Open Science die Bereiche Open Access oder European Open Science Cloud, 

Forschungsförderer

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Als größter Forschungsförderer in Deutschland hat sich auch die DFG mit dem Thema Forschungsdatenmanagement auseinandergesetzt. Bereits 2009 wurden vom Unterausschuss für Informationsmanagement im Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der DFG die 'Empfehlungen zur gesicherten Aufbewahrung und Bereitstellung digitaler Forschungsprimärdaten' veröffentlicht und 2013 die 'Empfehlungen zur Sicherung der guten Wissenschaftlichen Praxis' entsprechend um Konkretisierungen zur Aufbewahrung und Nutzung von Primärdaten ergänzt. 2015 wurden die DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten veröffentlicht, die auch die wissenschaftlichen Fachgemeinschaften aufruft, sich des Themas anzunehmen.

Europäische Kommission (EC)

Im Rahmenprogramm Horizon 2020 fördert die Europäische Kommission Forschungsunterfangen in verschiedensten Bereichen. Die Anforderungen an das Forschungsdatenmanagement wurden erstmals im Open Data Pilot, an dem man sich freiwilig beteiligen konnte, formuliert. Seit 2017 ist die Beteiligung am Open Data Pilot und somit das Datenmanagement nach den FAIR-Prinzipien (findable, accessible, interoperable and reusable) mit einer mehrstufigen Datenmanagementplanung und der Veröffentlichung unter Open Access der Standard.

Initiativen

DINI/nestor Forschungsdaten AG

Die gemeinsam von der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) e.V. und dem deutschen Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung 'nestor' gegründete Forschungsdaten AG. Sie hat das Ziel, den disziplin- und institutionsübergreifenden Erfahrungsaustausch sowie die Koordination von Aktivitäten rund um die Themen Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement im deutschsprachigen Raum zu unterstützen. Unterarbeitsgruppen bearbeiten hierzu verschiedene Themenbereiche und es werden regelmäßig Workshops veranstaltet.

Forschungsdaten.org

Die Webseite forschungsdaten.org ist ein von der Community gepflegtes Wiki über das Thema 'Umgang mit Forschungsdaten'. Neben umfassenden Informationen zum Thema sind dort auch die Webseiten der DINI/nestor Forschungsdaten AG beheimatet.

Research Data Alliance (RDA)

Die Research Data Alliance ist eine internationale Initiative von Forschenden, die das Ziel hat, den Austausch und die Wiederbenutzung von Forschungsdaten zu fördern. Die Europäische Kommission, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Wissenschaftsrat und der Rat für Informationsinfrastrukturen verfolgen oder fördern die Aktivitäten der RDA und bekunden Interesse am Erfolg der Initiative. Die verschiedenen Themen des praktischen Forschungsdatenmanagements werden in Arbeits- und Interessengruppen bearbeiten.